TI-99/4A

Der TI-99/4A von Texas Instruments war der erste 16-Bit-Computer* im Heimcomputerbereich. Er ist mit 16 KiB RAM und 32 KiB ROM ausgestattet; bemerkenswert ist sein Steckmodulkonzept (von TI als Command Modules oder Solid State Software bezeichnet). Dieses erlaubt es, durch Einstecken von Steckmodulen schnell und einfach das System zu erweitern. Diese Module können Spiele beinhalten, aber auch andere BASIC-Versionen oder Entwicklungsumgebungen. Auf diese Weise sollten Diskettenlaufwerke oder andere Massenspeicher überflüssig werden; dem typischen Anwender braucht man nur zu erklären, dass das erwünschte Modul einzustecken sei, und wenn es etwas zu speichern gibt, kann man einen handelsüblichen Kassettenrekorder anschließen.

Ärgerlich war an diesem so einfachen Konzept, dass jede darüber hinausgehende Erweiterung gleich sehr viel Geld kostete. Das ursprüngliche System der an der rechten Seite einzusteckenden Geräte (Sidecar-Konzept) erwies sich schnell als instabil und platzraubend, sodass eine metallene Box angeboten wurde, in die Erweiterungskarten einzustecken sind und die auch Platz für ein Diskettenlaufwerk bot. Doch die erforderlichen Komponenten für ein leistungsfähiges, flexibles System, mit dem man etwa in Assemblersprache programmieren konnte, summierten sich schnell zu über 1000 DM (etwa €500).

Das Rennen gegen andere Homecomputer-Systeme wie dem Commodore 64 war auf diese Weise nicht zu gewinnen, und Texas Instruments beendete ihren Ausflug in die Homecomputer-Welt im Oktober 1983.

Das metallisch-schwarze Äußere gab Anlass zur Bezeichnung "DeLorean der Heimcomputer", die man bisweilen findet. Klingt irgendwie sympatisch, aber auch allzu wahr.

* Dies wird gerne immer wieder bestritten, mit Argumenten wie "keine echten 16 Bit", "nur 8 Bit angeschlossen" oder ähnliche. Was stimmt, ist, dass der 16-Bit-Datenbus der CPU auf der Hauptplatine durch einen Multiplexer läuft und auf 8 Leitungen gesetzt wird, sodass Speichertransfers stets zwei Schritte erfordern (erstes Byte, zweites Byte). Das ist übrigens kein so ungewöhnliches Vorgehen; der Intel 8088 ist ebenfalls eine 16-Bit-CPU, die nur 8 Datenleitungen nach außen führt.

 

Geneve 9640

Der Geneve 9640, gefertigt von Myarc Inc., einer kleinen amerikanischen Firma, ist kein Klon des TI-99/4A, sondern eine signifikante Erweiterung. Er ist mit einem leistungsfähigeren Prozessor (TMS9995) sowie einem deutlich weiterentwickelten Videoprozessor von Yamaha (v9938) ausgestattet. Darüber hinaus bietet er in der Grundversion 512 KiB DRAM und 32 KiB SRAM.

Der Geneve 9640 wurde als Steckkarte für die Peripheral Expansion Box (PEB) des TI-99/4A entworfen und ersetzt ihn komplett. Von außen fällt auf, dass an die Stelle der Konsole eine PC-Tastatur und eine Maus tritt. Der Geneve selbst steckt in Steckplatz 1, in dem der TI-99/4A eine Anschlusskarte erforderte.

Geneve 9640

Als Monitor diente mir lange Zeit der Commodore Monitor 1081 des Commodore Amiga, später dann ein kompatibler Röhrenmonitor. Hier abgebildet ist ein Samsung-TV, mit dem der Geneve über einen SCART-Anschluss verbunden ist.